Operationen beginnen in Ghana
19 Jahre nach dem letzten Einsatz von Mercy Ships in diesem Land
TEMA, Ghana – 9. September 2026: An Bord der Global Mercy™ haben die ersten Operationen im Rahmen des zehnmonatigen Einsatzes von Mercy Ships in Ghana begonnen. Damit kehrt die internationale humanitäre Organisation nach 19 Jahren in das Land zurück.
Eine neue Mission mit einem langjährigen Partner
Die Operationen markieren ein neues Kapitel in der langjährigen Partnerschaft zwischen Mercy Ships und der Regierung Ghanas, die 1991 begann. Die Global Mercy, das weltweit grösste speziell für diesen Zweck gebaute zivile Spitalschiff, wird bis Juni 2027 im Hafen von Tema bleiben. Während dieses Zeitraums wird das Schiff Patientinnen und Patienten spezialisierte chirurgische Versorgung bieten und zugleich die Aus- und Weiterbildung sowie die fachliche Begleitung ghanaischer Gesundheitsfachkräfte unterstützen.
Fokus auf Ghana
Mit seinem Nationalen Plan für Chirurgie, Geburtshilfe und Anästhesie (NSOAP) hat Ghana wichtige Schritte zur Stärkung der chirurgischen Versorgung unternommen. Dennoch hindern Faktoren wie Behandlungskosten, geografische Distanz und die begrenzte Verfügbarkeit spezialisierter Leistungen manche Patientinnen und Patienten weiterhin daran, rechtzeitig chirurgisch versorgt zu werden.
Daten des Ghana Health Service zufolge, herrscht im Land ein Mangel an medizinischen Spezialistinnen und Spezialisten. Landesweit gibt es nur rund 200 ärztliche Anästhesistinnen und Anästhesisten sowie Orthopädinnen und Orthopäden und knapp 500 aktuell praktizierende, ausgebildete zahnmedizinische Fachkräfte.
Während des Einsatzes rechnet Mercy Ships damit, zwischen 1’900 und 2’600 Operationen sowie zwischen 1’600 und 2’000 zahnmedizinische Behandlungen kostenlos für die Patientinnen und Patienten durchzuführen.
Erste Patienten
Zu den ersten operierten Patienten gehörte Samuel, ein 59-jähriger Maschinenschlosser aus Kumasi in der Ashanti-Region im Zentrum Ghanas. Samuel verlor 2025 aufgrund von Katarakten sein Sehvermögen. Als Witwer, der fünf Kinder allein erzieht, realisierte er, dass es ihm wegen seines Sehverlusts schwerfiel, zu arbeiten und für seine Familie zu sorgen.
Vor seiner Operation schilderte Samuel, wie der Verlust seines Sehvermögens sein Leben beeinträchtigt hatte:
„Jetzt kann ich nichts mehr tun – nicht einmal arbeiten, nachts sehen oder tagsüber richtig sehen. Das ist mein Problem. Ich werde glücklich sein, als erster Patient operiert zu werden und wieder richtig sehen zu können!“
Auch der fünfjährige Joseph wurde operiert, nachdem er den grössten Teil seines jungen Lebens mit X-Beinen (Genu valgum) gelebt hatte. Seine Eltern bemerkten die Fehlstellung erstmals, als er 18 Monate alt war. Als Joseph drei Jahre alt war, schlug sein Vater vor, seine Einschulung aufzuschieben, weil er befürchtete, Joseph könnte gehänselt werden.
„Die Operation ist gut für ihn“, sagte seine Mutter. „Hier zu sein, gibt ihm Hoffnung, dass seine Beine korrigiert werden und er endlich zur Schule gehen kann.“



Langfristige Wirkung
Die Wirkung des Einsatzes wird über die Versorgung an Bord des Schiffes hinausreichen. Schätzungsweise 100 bis 250 ghanaische Gesundheitsfachkräfte werden an klinischem Mentoring sowie an Aus- und Weiterbildungsangeboten teilnehmen. Zu den chirurgischen Fachgebieten des Einsatzes gehören Kinderorthopädie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Augenchirurgie, rekonstruktive plastische Chirurgie und Allgemeinchirurgie.
„Die Rückkehr nach Ghana ist die Fortsetzung einer vertrauensvollen Partnerschaft“, sagte Jonathan Ziehli, Direktor für Diplomatie bei Mercy Ships (lesen Sie hier mehr über Diplomatie bei Mercy Ships). „Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und unseren nationalen Partnern investieren wir nicht nur in lebensverändernde Operationen für die Patientinnen und Patienten von heute, sondern auch in stärkere chirurgische Versorgungssysteme, von denen künftige Generationen profitieren werden.“
Um eine nachhaltige Wirkung über die Abreise des Schiffs hinaus zu gewährleisten, werden die ehrenamtlichen Mitarbeitenden von Mercy Ships während des gesamten Einsatzes mit ghanaischen Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und weiteren Spezialistinnen und Spezialisten zusammenarbeiten. Die Organisation arbeitet zudem mit nationalen Institutionen zusammen, darunter dem Ghana College of Physicians and Surgeons sowie dem Ghana College of Nurses and Midwives, um postgraduale Weiterbildung und klinische Praktika an Bord des Schiffes zu unterstützen.
Diese Programme sollen Ghanas nationale gesundheitspolitische Prioritäten ergänzen, indem sie lokale Bemühungen zur Stärkung der chirurgischen Fachkräfte und zur Ausweitung des Zugangs zu sicherer chirurgischer Versorgung unterstützen.
Seit Mercy Ships Ghana 1991 erstmals besuchte, hat die Organisation gemeinsam mit der Regierung Ghanas und nationalen Partnern 2’670 chirurgische Eingriffe und mehr als 18’120 zahnmedizinische Behandlungen durchgeführt sowie mehr als 2’920 ghanaische Gesundheitsfachkräfte geschult.
- 11 September 2026
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