Ein Traum wird wahr: Afrikanische Länder vereinen sich, um den Zugang zur Zahnversorgung zu verbessern
Ein historischer Moment für die zahnmedizinische Ausbildung: Afrikanische Führungspersönlichkeiten vereinen sich in Marokko, um die Zukunft der Zahngesundheit auf dem Kontinent zu gestalten.
Was vor zwei Jahren noch ein Traum war, ist heute in Casablanca, in Marokko, Wirklichkeit geworden. Am 11. und 12. Juli 2025 versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter aus 24 afrikanischen Ländern an der Universität Mohammed VI für Gesundheitswissenschaften (UM6SS) zum ersten afrikanischen Symposium für zahnmedizinische Ausbildung.
Das Treffen verfolgte ein klares Ziel: eine neue, dynamische Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Ländern zu fördern – mit dem Fokus auf der Ausbildung von Zahnmedizinfachkräften, dem Aufbau nachhaltiger Bildungsprogramme und dem verbesserten Zugang zur Zahngesundheit auf dem gesamten Kontinent.
Initiiert wurde das Symposium von Professor Ihsane Benyayha, Dekan der Zahnmedizinischen Fakultät der UM6SS, mit Unterstützung von Mercy Ships. Es markiert einen neuen Abschnitt in der Zusammenarbeit und Innovation im Bereich der zahnmedizinischen Ausbildung. „Als afrikanische Führungskräfte, Professorinnen und Professoren sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte können wir viel für unsere Länder tun. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen,“ sagte Benyayha.
"Als afrikanische Führungskräfte, Professorinnen und Professoren sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte können wir viel für unsere Länder tun. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen." - Professor Ihsane Benyayha
„Dies ist die Verwirklichung eines grossen Traums“, fügte Professor Mohamed Siddick Fadiga, Leiter der Zahnmedizinischen Fakultät der Gamal-Abdel-Nasser-Universität in Conakry in Guinea, hinzu.
„Dieses Symposium ist notwendig, denn bisher arbeitete jedes Land isoliert. Aber durch dieses Treffen können wir unsere Kräfte bündeln, gemeinsam handeln und unsere Perspektiven teilen. Die Kooperation zwischen afrikanischen Ländern wird es den verschiedenen zahnmedizinischen Hochschulen ermöglichen, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen.“
Dieses Treffen führte zur wegweisenden Gründung der African Dental Education Association (ADEA). Die ADEA gibt Lehrpersonen der Zahnmedizin in Afrika eine kollektive Stimme, ermöglicht den Austausch bewährter Praktiken und schafft eine klare Struktur für eine langfristige Zusammenarbeit.




Dem Mangel an Zahnmedizinfachkräften begegnen
Der Bedarf für eine solche Initiative ist dringend. Afrikanische Länder stehen vor einem akuten Mangel an Zahnärztinnen und Zahnärzten. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es in Afrika durchschnittlich nur 0,44 Zahnärzte pro 10’000 Einwohner, verglichen mit rund 7 pro 10’000 in vielen einkommensstarken Ländern. Zudem existieren nur 84 zahnmedizinische Ausbildungsstätten in 26 afrikanischen Ländern. Diese Situation trägt dazu bei, dass im Jahr 2021 rund 42 % der afrikanischen Bevölkerung an unbehandelten Zahn- und Mundkrankheiten litten.
„Wir leben in einer Zeit, in der es nicht mehr annehmbar ist, dass ein Land nur einen Zahnarzt pro eine Million Einwohner hat“, betonte Dr. David Ugai, Länderleiter von Mercy Ships in Guinea. „Es ist Zeit, dieses Problem anzugehen. Alle relevanten Akteure und Entscheidungsträger sind heute hier versammelt – lassen Sie uns gemeinsam den nächsten Schritt definieren.“
Enge Zusammenarbeit mit Mercy Ships
Ab 2025 arbeitet Mercy Ships mit der UM6SS zusammen, um die Weiterbildung von über 20 Zahnmedizinfachkräften aus Guinea, Benin und Madagaskar im Rahmen von Spezialisierungsprogrammen zu unterstützen. Nach ihrem Abschluss werden diese Fachkräfte in ihre Heimatländer zurückkehren, um vor Ort als Ausbildende und Mentorinnen den Zugang zur Zahngesundheit in ihren Gemeinschaften zu verbessern.
„Seit der Gründung unserer Fakultät haben wir nie an die nächste Generation von Lehrpersonen gedacht“, erklärte Professor Jeannot Randrianarivony, Dekan der Zahnmedizinischen Fakultät der Universität Mahajanga in Madagaskar. „Aber dank dieser Partnerschaft mit Mercy Ships haben wir nun die Hoffnung, dass unsere Schule langfristig bestehen kann – durch die jungen Zahnärzte, die mit ihrem Abschluss zurückkehren werden. Diese Partnerschaft ist für uns von grossem Wert.“
- 22 Juli 2025
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