Dr. Justina Seyi-Olajide: Eine Pionierin an Bord der Global Mercy

Dr. Justina Seyi-Olajide, eine herausragende Kinderchirurgin aus Nigeria, schrieb an Bord der Global Mercy in Sierra Leone Geschichte als erste afrikanische Kinderchirurgin, die als Freiwillige mit Mercy Ships diente.

Heute arbeitet sie am Lagos University Teaching Hospital, doch ihre Reise mit Mercy Ships begann schon viel früher ausgelöst durch eine einfache Internetrecherche spät in der Nacht.

Wenn eine Idee Wurzeln schlägt

Kurz nach ihrem Medizinstudium surfte Dr. Seyi-Olajide im Internet auf der Suche nach etwas, das über den Alltag der medizinischen Praxis hinausging, als sie auf die Website von Mercy Ships stiess. «Das ist interessant», dachte sie. Sie bewarb sich als Freiwillige, erfüllte jedoch damals noch nicht die Erfahrungsanforderungen für einen Einsatz an Bord.

Über zehn Jahre später begann diese Idee wieder zu wachsen, als sie im Kinderspital in Montréal Dr. Sherif Emil, den internationalen Chefarzt von Mercy Ships, begegnete.

Eine Leidenschaft für Kinderchirurgie

Ausgebildet in Nigeria, absolvierte Dr. Seyi-Olajide ihr Medizinstudium an der Ahmadu Bello University in Zaria und schloss anschliessend ihre chirurgische Weiterbildung am Lagos University Teaching Hospital ab. «Ich bin nun seit 13 Jahren Kinderchirurgin», erzählt sie.

Ihre Liebe zu Kindern und die sichtbaren Erfolge der Kinderchirurgie zogen sie sofort in den Bann. «Ein Kind kommt zu uns, wir operieren, das Kind wird gesund, die Eltern sind glücklich, alle sind glücklich», erklärt sie mit einem Lächeln.

Kinderchirurginnen und -chirurgen in Nigeria decken ein breites Spektrum an Eingriffen ab, darunter Urologie, Thoraxchirurgie und Weichteilchirurgie. Dieses vielseitige Tätigkeitsfeld sieht sie als Chance, «noch weiter zu wachsen», eine Herausforderung, die sie mit Begeisterung annimmt.

« Ich muss Teil dieses Projekts sein. Ich möchte Teil des Wandels sein, der hier geschieht. » - Dr Seyi-Olajide

Engagiert, die Lücke im Zugang zur Gesundheitsversorgung zu schliessen

Für Dr. Seyi-Olajide bedeutet ihr Einsatz bei Mercy Ships mehr als nur Medizin: es geht um Repräsentation und Wirkung. Sie ist überzeugt, dass die Mitarbeit von Fachpersonen aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC) entscheidend ist: «Ich muss Teil dieses Projekts sein. Ich möchte Teil des Wandels sein, der hier geschieht», sagt sie.

Als praktizierende Chirurgin in Nigeria kennt sie das Ausmass des Bedarfs an chirurgischer Versorgung in Westafrika und auf dem gesamten Kontinent: «In den meisten Ländern südlich der Sahara sind rund 40 bis 45 Prozent der Bevölkerung Kinder unter 15 Jahren», erklärt sie. Da es in Sierra Leone nur eine einzige allgemeine Kinderchirurgin gibt, «gibt es eine enorme Lücke, die geschlossen werden muss.»

«Ich habe mich entschieden, bei Mercy Ships mitzuarbeiten, weil es eine Gelegenheit war, Menschen in Not zu helfen», erzählt sie, «und Teil einer Bewegung zu sein, die benachteiligte Menschen unterstützt, die nur begrenzten oder gar keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.»

Das Leben an Bord: Lebendig und sinnstiftend

Als Chirurgin an Bord der Global Mercy ist jeder Tag gut gefüllt. Visiten auf den Stationen, Operationen, Untersuchungen der Patientinnen und Patienten, abendliche Rundgänge, um den Gesundheitszustand der sich erholenden Kinder zu prüfen, sowie die Vorbereitung des nächsten Tages füllen ihren gesamten Zeitplan aus. Dr. Seyi-Olajide beschreibt diese Erfahrung als besonders intensiv und bereichernd.

Am meisten beeindruckte sie jedoch der Geist, der an Bord des Schiffes herrscht. «Man sieht, wie die Menschen im Team zusammenarbeiten mit Begeisterung, Freude, guter Laune und in einer warmherzigen Atmosphäre», erzählt sie.

Sie hebt auch die aussergewöhnliche chirurgische Versorgung an Bord des Spitalschiffes hervor: Hochqualifizierte Fachkräfte arbeiten Hand in Hand, um sichere und qualitativ hochwertige Operationen anzubieten völlig kostenlos. «Es geht nicht nur darum, die Patientin oder den Patienten zu behandeln, sondern um den ganzen Menschen. Genau das geschieht hier», sagt sie.

Dr. Seyi-Olajide ermutigt andere Chirurginnen und Chirurgen, insbesondere aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, den Schritt zu wagen. Sie ruft sie dazu auf, «sich zu engagieren und freiwillig mitzuarbeiten. Es ist eine Gelegenheit zu geben aber auch zu lernen, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen und Teil einer aussergewöhnlichen Gemeinschaft zu werden.»

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