Sophie

Ich habe im Jahr 2011 bei Mercy Ships angefangen. Zuerst war ich für drei Monate Hostess an Bord der Africa Mercy. Das hat mich dermassen überzeugt, dass ich die Organisation nicht mehr verlassen habe! Nach verschiedenen Aufgaben an Bord und über 3 Jahren im Büro von Mercy Ships in Lausanne bin ich jetzt wieder als Ehrenamtliche auf der Africa Mercy, diesmal als Leiterin der Projektvorbereitungen für unseren nächsten Einsatz in Guinea, wo ich mich seit April aufhalte.

Worin besteht deine Arbeit?

Unterstützt von einem Team aus rund einem Dutzend Personen habe ich dafür zu sorgen, dass alle Punkte der Vereinbarung, die im März 2017 von der Regierung Guineas und Mercy Ships unterzeichnet wurde, vor Eintreffen des Schiffes umgesetzt werden. So müssen wir zum Beispiel alle Details für den Aufenthalt des Schiffes im Hafen regeln, die Auswahlverfahren der Patienten organisieren, zwei Gebäude in der Stadt renovieren – von denen eines von unseren Zahnärzten und das andere als Erweiterung des Bordspitals für die Unterbringung bestimmter Patienten genutzt werden sollen. Zudem stellen wir über 220 Guineer ein, die uns während des gesamten Einsatzes in bestimmten Bereichen unterstützen werden, etwa als Dolmetscher, aber auch in praktischen oder technischen Aufgaben an Bord! Unsere Tage sind also randvoll und halten einige Überraschungen und Herausforderungen bereit!

Wo bringt sich, gemäss der Vereinbarung, denn die Regierung ein?

Man muss wissen, dass einem Einsatz der Africa Mercy immer eine offizielle Einladung seitens einer Regierung vorausgeht. Es ist für uns wichtig, dass wir von allerhöchster Ebene die Unterstützung der Behörden haben, denn ihr Engagement, wie es in der Vereinbarung festgelegt wird, ist nicht gering. So bitten wir sie zum Beispiel, für die gesamte Dauer unseres Einsatzes auf die Erhebung der Hafengebühren zu verzichten, alles Material und alle Medikamente, die im allgemeinen per Seefrachtcontainer kommen, vom Zoll zu befreien, von den um die 1’000 Freiwilligen, die per Flugzeug anreisen, keine Visagebühren zu verlangen usw. Ihr Beitrag hilft uns also ganz enorm, unsere Kosten zu verringern, und das ist nicht zu vernachlässigen.

Wie wählt ihr die Patienten aus?

Seit einigen Wochen informieren wir die Bevölkerung mit Prospekten und Meldungen im Radio, dass am 20. August, kurz nach Ankunft des Schiffes, in der Hauptstadt eine Vorauswahl der Patienten stattfindet. Das Ereignis zieht vermutlich einige Tausende an, da wir bekannt geben, dass alles kostenlos ist, von der Untersuchung bis zur Nachsorge und natürlich die Operation selbst! Es folgen vier weitere Termine im Landesinneren, damit auch Menschen, die weit entfernt leben, zu uns kommen können. Für Katarakt- und Zahnbehandlungen werden wir während des gesamten Einsatzes alle Wochen eine Auswahl treffen.

Was motiviert dich für deine Arbeit?

Es ist mein Glaube, der mich zu dieser Arbeit motiviert. Das Terrain vorzubereiten, damit ein Spitalschiff kommen kann, das tausende von Leben verändern und so vielen Menschen neue Hoffnung geben wird, das ist ein tolles Ziel, das mich unendlich begeistert!