Larissa

Nach einer ersten Erfahrung an Bord der Africa Mercy im Jahr 2018 will Larissa unbedingt ein weiteres Mal auf dem Spitalschiff dienen. Im September 2020 bietet sich die Gelegenheit, Larissa freut sich darauf… auch wenn die Rahmenbedingungen wegen Covid-19 ganz anders sind. Heute, kurz nach ihrer Rückkehr in die Heimat, teilt Larissa mit uns ihre Eindrücke von diesem zweiten Einsatz.

 

Larissa, du bist gerade von einem zweiten Einsatz an Bord der Africa Mercy zurückgekommen. Warum wolltest du wieder an Bord gehen?

Mein erster Aufenthalt auf der Africa Mercy hat mich verändert und vieles anders sehen lassen. Ich lernte, auch für die kleinen Dinge im Leben dankbar zu sein und ich erkannte, wie grossartig die Zusammenarbeit mit Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern sein kann.

Dies hat mich motiviert, auf die Africa Mercy zurück zu gehen, um Teil der Organisation Mercy Ships zu sein und mit ihnen den Menschen zu dienen.

Was war deine Arbeit an Bord? Ich stand während der letzten vier Monate als Küchenhilfe im Einsatz. Doch durch die Covid Situation und den Personalmangel mussten wir immer sehr flexibel sein. Ich habe zur Hälfte als Hilfsköchin und zur Hälfte als 2. Crew-Pflegefachfrau gearbeitet. In der Küche waren wir zwei Teams à vier Personen und haben täglich für 120-150 Personen gekocht. Als zweite Crew-Krankenschwester stand das Wohl der Crew im Vordergrund. Durch die Covid Situation gab es viele zusätzliche Arbeiten, um die gute Gesundheit der gesamten Mannschaft sicherzustellen. Daneben half ich an meinen freien Tagen an der Rezeption oder im Café aus.

Und wie unterschied sich dieser zweite Aufenthalt an Bord vom ersten?

Wie überall auf der Welt hat auch Covid auf dem Schiff vieles verändert. Zum Glück war ich über diese Veränderungen im Bild! Im Vergleich zu einem Einsatz in Afrika gibt es nur ein Viertel der Crew an Bord, und man ist sehr an das Schiff gebunden.

Landgänge sind erst seit gut zwei Monaten erlaubt. Diese sind streng reglementiert, etwa welche Orte wir besuchen dürfen und welche Massnahmen wir einhalten müssen.
Auch gibt es nur gewisse Zeiten, an welchen wir das Schiff verlassen dürfen. Dadurch, dass die Crew meistens an Bord ist, lernt man die Menschen jedoch besser kennen und es fühlt sich wie eine grosse Familie an. Es war eine sehr humorvolle Atmosphäre und es machte Spass, gemeinsam zu arbeiten und auch die Freizeit zu verbringen.

Welches sind die aktuellen Schutz-Massnahmen an Bord?

Alle neu eintreffenden ehrenamtlichen Mitarbeitenden müssen sich für 14 Tage isolieren. Die Quarantäne verbringt man allein in einer Kabine und darf nur am Morgen und am Abend je eine Stunde auf das oberste Deck an die frische Luft. Die Mahlzeiten und alles, was man braucht, werden vor die Türe gelegt. Es war eine Herausforderung für mich, dennoch schätzte ich die Zeit, die ich für mich hatte.

Nach dieser Zeit zieht man in eine andere Kabine um. Anstatt drei, vier oder sechs Personen, teilen sich höchstens zwei Personen eine Kabine. Es gibt auch eine strikte Maskenpflicht an Bord. Das heisst, man muss immer eine Maske tragen, ausser in seiner eigenen Kabine oder beim Essen.

Der Abstand wird bestmöglich eingehalten, was auf dem Schiff natürlich ein bisschen anders aussieht als zuhause. Wenn sich jemand nicht gut fühlt, muss er in der Kabine bleiben und wird von der Crew Nurse und dem Mannschaftsarzt überwacht.

Welche Vorbereitungsarbeiten für die Rückkehr nach Afrika werden unternommen?

Im Bordspital wurde ein Bereich für die Isolierung möglicher positiver Fälle sowie für die Intensivpflege im Zusammenhang mit Covid eingerichtet. Viele weitere Arbeiten werden zurzeit vorgenommen, etwas in den Kabinen, in der Kantine, im Spital und auch an der Klima-/Frischluft Anlage, um die Ausbreitung des Virus zu hemmen und den Patienten ein möglichst sicheres Umfeld zu ermöglichen.

Und was möchtest du sonst noch mit uns teilen?

Auf dem Schiff zu arbeiten ist ein einmaliges Erlebnis, welches mich sehr bereichert hat. Auch nach diesem zweiten Aufenthalt auf der Africa Mercy würde ich gerne wieder zurück gehen. Es ist einzigartig, mit so vielen Menschen aus aller Welt zusammen zu arbeiten und zu leben. Es hat definitiv seine Höhen und Tiefen, dennoch ist es ein wundervolles bereicherndes Abenteuer, das ich jedem empfehlen würde.

 

Janina Tobler

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Janina Tobler

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