Dr. Didier-David

Dr. med. Didier-David Malis aus Genf ist vor kurzem von seinem ersten Einsatz in unserem Team für Gesichts- und Kieferchirurgie auf der Africa Mercy zurückgekehrt. Begeistert antwortet er auf unsere Fragen.

Doktor Malis, wie haben Sie von Mercy Ships gehört?

Die Organisation war bei verschiedenen medizinischen und zahnmedizinischen Kongressen präsent, an denen ich teilgenommen habe. Auch mehrere Kollegen haben mir von ihren Erfahrungen an Bord der Africa Mercy erzählt. Ihre Berichte waren immer sehr positiv. Das Konzept von einem völlig autonomen – und damit hoch leistungsfähigen – Spitalschiff fand ich sehr interessant.

Welche Art von Eingriffen führen Sie normalerweise aus?

Zur Gesichts- und Kieferchirurgie gehören die Zahnchirurgie, die Korrektur von Missbildungen im Gesicht sowie von Knochen- und Munderkrankungen, Gesichtsverletzungen und Artikulationsprobleme.
Das meiste davon kann in der Praxis mit örtlicher Betäubung gemacht werden.

Und welche Operationen haben Sie an Bord gemacht?

Hauptsächlich Eingriffe bei Geschwülsten am Hals- oder an den Speicheldrüsen. In den meisten Fällen handelte es sich um gutartige Tumore, aber oft von beachtlicher Grösse. Dann ging es auch um manchmal weit fortgeschrittene Knochenkrankheiten sowie um Missbildungen wie Lippen- oder Gaumenspalten.

Worin unterscheiden sich die Fälle, die Sie an Bord operiert haben, von jenen in der Schweiz?

Die Diagnosen sind im Wesentlichen dieselben wie in den westlichen Ländern. Oft aber ist die Krankheit schon viel weiter fortgeschritten, weil die Diagnosestellung später erfolgt oder auch, weil überhaupt kein Zugang zu medizinischer Versorgung möglich war.

Was hat Sie besonders beeindruckt?

Die Dankbarkeit der Patienten, vor allem der Kinder, die sie ganz natürlich und ohne Hemmungen zeigen. Und auch die Motivation, die Begeisterung und das völlig freiwillige Engagement der hunderte von Personen, die für ein gemeinsames Ziel arbeiten und das mit hoher Qualität.

Und was hat Sie motiviert, sich freiwillig bei Mercy Ships zu engagieren?

Der Wunsch, etwas von meinem fachlichen Wissen für Menschen einsetzen zu können, die sonst keine entsprechende Hilfe finden, mit den hochstehenden technischen Mitteln, die dafür auf dem Schiff zur Verfügung stehen. Und auch der Wunsch, eine Organisation etwas besser kennenzulernen, die für ihre Leistung bekannt ist, welche auf dem selbstlosen Einsatz ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter beruht. Dass Menschen sich selbst hingeben, erlaubt dieser bemerkenswerten Organisation, in einer einzigartigen Atmosphäre eine Pflege auf höchstem Niveau anzubieten.

Was sind Ihre Eindrücke von Ihrem Aufenthalt an Bord?

Sehr bewegende Begegnungen, ein einzigartiges medizinisches Umfeld. Die meisten Freiwilligen an Bord kommen mehr als einmal wieder. Das werde ich mit Sicherheit auch tun!