Ousseynou und Assanes Geschichte

Der Weg, der sie nach Dakar führte, war lang, sehr lang. Ousseynou und Assane waren noch nie so weit fort von zu Hause und gleichzeitig noch nie so nah an Hilfe und Heilung! Fest an die Hand ihrer Mama geklammert, wussten sie nicht, auf welches Abenteuer sie sich einliessen, welche Veränderung ihnen bevorstand …

Ousseynou und Assane, 5 Jahre, sind Zwillinge, die sich durch nichts unterscheiden. Dass sie identisch angezogen sind, im Trikot der besten Fussballmannschaft, macht die Sache nicht einfacher. Doch da, einen Hinweis gibt es – ihre Sandalen haben zum Glück verschiedene Farben!

Kurz nach ihrem ersten Geburtstag fiel Abdukka und Awa auf, dass die Versuche ihrer Söhne, sich aufzurichten, nicht besonders erfolgreich waren. Vermutlich aufgrund von extremer Mangelernährung sind ihre Beine zu schwach, um den Körper zu tragen. Zwar lernen sie mit der Zeit zu laufen, aber die Beine verkrümmen sich dabei und mit den Jahren und der Gewichtszunahme wird die Fehlbildung immer schlimmer.

Als echte Fussballfans schlüpfen Ousseynou und Assane gern in ihre Trikots und eifern den besten Spielern nach. Ihre krummen Beine hindern sie nicht daran, schöne Pässe zu schiessen, aber es fehlt ihnen an Schnelligkeit und Beweglichkeit, um wirklich vorwärts zu kommen. Ihre Mama bestätigt: „Es war hart für uns und wir wussten, dass die anderen sie auslachten. Aber wir wollten sie nicht verstecken, deshalb haben wir versucht, den Spott zu ignorieren.“

Die Hoffnung auf eine Lösung schwand mit den Jahren, denn ärztliche Hilfe war unerreichbar. Bis zu dem Tag, als eine Bekannte von der Ankunft der Africa Mercy in Dakar berichtete. Sie organisierte einen Transport in die Hauptstadt, damit die beiden Jungen dort, begleitet von ihrer Mama, von unseren Chirurgen untersucht werden konnten. Es war eine lange Reise – insgesamt 343 Kilometer – zu einem unbekannten Ziel, weit weg von dem Dorf, das sie zuvor nie verlassen hatten. Und der Anblick des Schiffs war eine weitere Premiere! Vor allem Awa war schrecklich nervös, wusste sie doch in diesem Moment noch nicht, dass sie in keinen besseren Händen sein könnte.

Die gute Nachricht: Beide Jungen werden für eine kostenlose Operation angenommen!

Ousseynou wird als erster in den OP gebracht, wo Dr. Rachel Buckingham und Dr. Frank Haydon seine Beine richten. Als er wieder herausgeschoben wird, reisst seine Mama die Augen auf.

Die geraden Beine von Ousseynou, wenn auch im Gipsverband, schenken ihr Hoffnung für die weitere Entwicklung. Und schon folgt Assane seinem Bruder in OP und Gipsverband.

Fünf Tage später haben die Zwillinge die Herzen unserer Mitarbeitenden erobert. Mit ihren Gehhilfen machen sie die Spitalgänge unsicher. Die vier eingegipsten Beine bleiben nicht unbemerkt! Nachdem die Verbände abgenommen sind, geht es in die Physiotherapie, wo neue Abenteuer auf sie warten. Auf dem Programm steht eine Reihe von Übungen, die ihnen helfen sollen, ihr Gleichgewicht zu finden und die Muskulatur zu stärken.

Zwei Monate später haben sich die Bemühungen ausgezahlt und die Heilung ist perfekt! Awa ist begeistert und erleichtert: „Früher hatte ich grosse Zweifel im Blick auf ihre Zukunft. Jetzt muss ich aufpassen, dass ich mit ihnen mithalten kann!“

Und wer weiss, vielleicht bewundern wir ihr Talent eines Tages in den grössten Fussballstadien?

 

Was mich immer wieder an Bord zurückführt, ist die Verwandlung der Kinder, um die ich mich kümmere. Man kann sehen, wie sie zum Leben erwachen und vor unseren Augen zu leuchten beginnen und anfangen, Dinge zu tun, die für uns relativ einfach sind, aber für sie nicht zugänglich waren. Es ist für mich eine grosse Freude, an ihren Wundern teilzuhaben.

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Senegal

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