Theogette:
Ein neues Leben nach schmerzvollen Jahren
Theogettes Geschichte
Zahnschmerzen, die alles veränderten
Das Leben auf den Reisfeldern war für Theogette einfach und erfüllend. Sie genoss die routinemässige Arbeit, kümmerte sich um ihre Familie und liebte den täglichen Rhythmus des Dorflebens auf Madagaskar. Doch alles änderte sich, als sie begann unter heftigen Zahnschmerzen zu leiden. Der örtliche Zahnarzt entfernte den problematischen Zahn. Doch bald darauf begann an der Stelle eine kleine Beule anzuschwellen und weiter zu wachsen.
Als sich die Schwellung entlang ihres Kiefers ausbreitete, begannen in ihrem Dorf Gerüchte zu kursieren. „Die Leute sagten, ich sei krank und ansteckend“, erinnert sich Theogette. „Und sie bewegten meinen Ehemann dazu mich zu verlassen.“
Da sie nun allein für die Erziehung ihrer drei Kinder verantwortlich war, musste sie die Aufgaben einer Mutter und Ernährerin gleichzeitig schultern. „Ich musste auf die Felder gehen, um meine Kinder ernähren zu können, obwohl die Schwellung schmerzte, wenn ich lange arbeitete.“
Theogette ertrug zehn Jahre lang körperliche Schmerzen, emotionale Isolation und unerbittliche Stigmatisierung. „Die Leute mögen mich nicht; sie wollen nicht, dass ich in ihre Nähe komme“, sagte sie.
Der Anruf eines Neffen weckt Hoffnung
Gerade als die Verzweiflung unüberwindbar schien, keimte unerwartet Hoffnung auf. Ronaldo, Theogettes Neffe und Medizinstudent, hörte von der Eröffnung des Mercy Ships Hospital Outpatient Extension (HOPE) Centers in der Nähe seiner Universität. Mercy Ships nutzt das Zentrum, um Patienten vor und nach Operationen unterzubringen.
„Ich griff zum Telefon und rief Theogette an“, sagte Ronaldo. „Damit sie hierherkommt, wo man sie würde behandeln können.“ Er hatte gesehen, wie sehr der Tumor ihr Selbstvertrauen erschüttert hatte. „Sie mied sogar den Kontakt zu anderen, weil sie kein Selbstvertrauen mehr hatte.“ Ronaldo hoffte, dass sie nach einer Operation wieder zu sich selbst finden und ein freieres Leben führen würde.
Mit neu entfachter Hoffnung machte sich Theogette auf eine dreitägige Reise zur Africa Mercy, per Kanu, Fähre und einem Fahrzeug von Mercy Ships. Ihre jüngste Tochter liess sie in der Obhut von deren 18-jährigen Bruder, dem Zweitgeborenen.
Bei ihrer Ankunft wurde Theogette im HOPE Center von einem Team engagierter Freiwilliger empfangen, und die Vorbereitungen für die Operation begannen. Die ehrenamtliche Ernährungsberaterin Janet Stucky aus den Vereinigten Staaten beschrieb Theogette als unterernährt und untergewichtig. Janet erklärte weiter, dass eine gute Ernährung entscheidend sei für den Erfolg ihrer Operation.
Der Anästhesist Dr. Erik Andersen aus Australien erläuterte die Beschaffenheit des Tumors: „Gutartig, langsam wachsend, aber mit der Fähigkeit, eine enorme Grösse anzunehmen, was die Lebensqualität der Patientin, ihre Atemwege und ihre Fähigkeit, Nahrung aufzunehmen, beeinträchtigt.“
Am Tag ihrer Operation lächelte Theogette, streckte selbstbewusst den Daumen nach oben und rief: „Faly!“, was auf Madagassisch „glücklich“ bedeutet. Ihre schlichte Hoffnung bekam in diesem Moment tiefgreifende Bedeutung.
„Ich hoffe, dass ich nach der Operation zurück auf die Farm gehen und arbeiten kann, um meine Kinder zu ernähren“, sagte sie.
Ein neues Leben beginnt
Die Genesung war nicht einfach, aber Theogettes Mut wankte nie. Sie benötigte eine Magensonde und intensive Pflege. Und sie vermisste ihre Kinder sehr.
„Wir wollen einfach sicherstellen, dass sie genügend Nahrung zu sich nehmen kann“, erklärte Janet die Bedeutung der fortlaufenden Ernährungsunterstützung. „Es braucht eine reichhaltige Ernährung und viele Kalorien, um gesund zu werden. Deshalb begleiten wir die Patienten auch nach der Operation weiterhin.“
Wochen später war der Tag, auf den Theogette so sehnsüchtig gewartet hatte, endlich gekommen. Lächelnd und strahlend winkte sie dem Mercy Ships-Team zum Abschied zu und trat ihre Heimreise an.
Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt blickte sie in eine hoffnungsvolle Zukunft, unbelastet vom Tumor. Ihre Entschlossenheit und ihr Mut hatten sie durch diese Zeit getragen. Und ihre Träume, wieder auf den Feldern zu arbeiten und für ihre Kinder zu sorgen, waren wieder in greifbarer Nähe.
Mercy Ships lässt sich vom Vorbild der Liebe Jesu inspirieren, um Menschen wie Theogette Hoffnung und Heilung zu bringen. Sie können uns unterstützen, indem Sie spenden oder als Freiwillige(r) an Bord eines unserer Schiffe mitarbeiten. Erfahren Sie noch heute mehr – und helfen Sie mit, Leben zu verändern.
Sieh dir Theogettes Geschichte im Video an.
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