Die Geschichte von Fenitra, Rolland und Rody

In jedem Dorf Madagaskars ist eine Familie für ihr handwerkliches Können bekannt, eine andere für das Obst oder Gemüse, das sie anbaut. Doch über Jahre hinweg war die Familie von Haja aus einem ganz anderen Grund bekannt: wegen der deformierten Beine ihrer drei Kinder.

Eine verletzende Bezeichnung

«Das sind die Kinder von Haja… die mit den krummen Beinen!» Haja, ein Landwirt, weiss nur zu gut, dass viele Dorfbewohner seine Familie auf dieses körperliche Merkmal reduzieren – und das verletzt ihn zutiefst. Als eines, dann zwei und schliesslich drei seiner Kinder beginnen, O-Beine zu entwickeln, fühlt es sich für die ganze Familie an, als würde sich der Horizont verdunkeln. Berthine, die Mutter, macht sich grosse Sorgen. «Mein Geist war immer schwer», sagt sie. «Ich fragte mich ständig, was die Zukunft für sie bereithält.»

Mit den Jahren verschlimmert sich das Problem. Fenitra, 15, und Rolland, 8, haben Mühe, längere Strecken zu gehen. Ihre Beine krümmen sich immer stärker, ihre Füsse drehen sich fast im rechten Winkel nach innen – jeder Schritt wird zur Herausforderung. Für den Schulweg müssen sie zwei Stunden hin und zwei Stunden zurücklaufen, kämpfen dabei um ihr Gleichgewicht und stolpern manchmal. «Man macht sich über uns lustig, aber wir antworten nicht, wir gehen einfach weiter», erzählen sie. Und Rody, 6 Jahre alt, scheint ihnen traurigerweise zu folgen: Auch seine Beine beginnen sich zu verformen.

Africa Mercy in Sicht!

Berthine fürchtet, dass ihre Kinder die Schule nicht abschliessen, nie eine Arbeit finden und den Spott nie loswerden könnten. Und als wäre das nicht genug, deuten manche Dorfbewohner ihre krummen Beine als Zeichen eines Fluchs – eine zusätzliche Last für die ohnehin schon leidende Familie.

Im Jahr 2025 keimt neue Hoffnung auf: Die Africa Mercy erreicht Madagaskar, und für alle drei Kinder wird eine Operation geplant. Die Diagnose ist eindeutig: Ihre O-Beine sind die Folge einer unbehandelten Rachitis, einer durch Mangelernährung verursachten Krankheit, die die Knochen in der Kindheit schwächt. Nacheinander betreten Fenitra, Rolland und Rody den Operationssaal für einen komplexen orthopädischen Eingriff.

Schritt für Schritt, gemeinsam

Die Rehabilitation ist lang und anstrengend. Ihre Beine werden in Gips gelegt, und das erneute Erlernen des Gehens kostet sie manchmal Tränen. Jeden Tag müssen sie dieselben Übungen wiederholen, immer und immer wieder. «Sie haben sich gegenseitig unterstützt», erinnert sich Maddy, eine unserer freiwilligen Physiotherapeutinnen. «Wenn eines ein Ziel erreichte, sagten sich die anderen, dass es auch für sie möglich sei. Wir sahen sie lachen, scherzen, sich gegenseitig ermutigen. Sie haben jede Etappe gemeinsam gemeistert.»

Nach und nach weicht der Schmerz neuen Möglichkeiten. Und schliesslich kommt der Tag, an dem all ihre Mühen Früchte tragen. Als die Familie ins Dorf zurückkehrt, bleibt allen der Mund offen stehen. Haja wird diesen Moment nie vergessen. «Wir haben vor Freude getanzt, wir haben bis zum Morgengrauen gefeiert!»

Für Berthine ist die Erleichterung überwältigend. «Früher sorgte ich mich Tag und Nacht», sagt sie. «Jetzt fühle ich mich leicht, und mein Geist ist ruhig.» Heute gehen Fenitra, Rolland und Rody ohne Schwierigkeiten. Die Familie ist im Dorf noch immer bekannt – aber die Geschichte, die man über sie erzählt, hat sich verändert: Sie erzählt nun vom Wunder dreier verwandelter Leben.

Mercy Ships bringt Hoffnung und Heilung. Helfen Sie jetzt und unterstützen Sie Menschen wie Fenitra, Rolland und Rody – denn jede Spende zählt. Ob einmalig oder regelmässig: Jetzt spenden.

Orthopädisches Programm

Discover more patient stories​

Ruth, eine von Mercy Ships betreute orthopädische Patientin, Blount-Krankheit

Ruths Geschichte

Ruth leidet an der Blount-Krankheit, einer Wachstumsstörung der Schienbeine. Werden sich seine Hoffnungen an Bord der Global Mercy erfüllen?

READ THE STORY
Theogette, patiente malgache, après son opération pour une rage des dents à bord du Global Mercy

Theogettes Geschichte

Alles begann mit Zahnschmerzen… Doch schon bald wuchs ein Tumor im Gesicht von Theogette, der grosse körperliche Schmerzen verursachte und zu sozialer Isolation führte.

READ THE STORY

Help transform the life of our patients today.