Astous Geschichte
Allgemeinschirurgie
Gynäkologische Chirurgie
Das Leben von Astou war kompliziert. Eine Reihe von tragischen Ereignissen hatte ihr alle Freude am Leben geraubt. Sie hatte einen Kropf und litt an einer anderen – unsichtbaren, aber äusserst demütigenden – Krankheit. Fast zwanzig Jahre dauerte es, bis sie wieder ein normales Leben führen konnte.
Astou war 20 Jahre alt, als ihr Leben eine tragische Wende nahm. Sie war verheiratet und erwartete ihr erstes Kind. Welche Freude … aber die Geburt war schwierig, und ein Kaiserschnitt war nötig. Als Astou wieder zu sich kam, erfuhr sie mit Schrecken, dass ihr Baby tot und sie selbst auf einmal inkontinent geworden war.
Laut WHO leben in Subsahara- Afrika und Asien schätzungsweise 2 Millionen Frauen mit einer Scheidenfistel. Sie entsteht, wenn es bei längeren Wehen zu inneren Verletzungen kommt. Der Alltag der betroffenen Frauen wird demütigend. Weil sie den Urin – und in besonders schweren Fällen auch den Stuhl – nicht mehr halten können, umgibt sie ständig ein beissender Geruch. Ihr Mann beschloss, sie zu verlassen, und weil die junge Frau nicht arbeiten konnte, blieb ihr keine andere Wahl, als zu ihren Eltern zurückzukehren. Eine Episode war für sie besonders schmerzhaft: „Am Tag, als meine Schwester heiratete, habe ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen. Ich habe zu meinen Eltern gesagt: ‚Sagt niemandem, wo ich bin. Sagt, ich sei nicht da!‘“ Frauen, die an Inkontinenz leiden, werden im Allgemeinen versteckt und von Familie und Gemeinschaft ausgestossen, weil sie als unrein gelten. In Afrika, wo die sozialen Bindungen besonders wichtig sind, führt diese Isolation zu noch tieferen Wunden.
Doch ein erstes Wunder geschieht, als sie Mamadou begegnet. Am Tag, als er ihr offenbart, dass er sie heiraten möchte, erzählt sie ihm von ihrem Zustand und erwartet, dass er sich zurückzieht. Aber Mamadous Reaktion ist Gold wert: „Das macht mir nichts aus. Ich möchte dich heiraten und werde alles tun, damit du medizinische Hilfe bekommst!“ Nach der Hochzeit hält er sein Versprechen und beginnt zu sparen, damit Astou zu einem Arzt kann. Dieser bestätigt, dass eine Operation möglich ist. Aber eine solche kostet viel Geld.
Der Geldmangel ist leider ein grosses Hindernis auf dem Weg zur Heilung. Doch damit nicht genug. Astou bekommt einen Kropf, der immer weiterwächst und auf die Atemwege drückt. Doch dann beginnt eine Reihe von kleinen Wundern. Das Paar bekommt Sokhna, ihre kleine Tochter, und dann hören sie im Radio von einem Schiff, dass nach Senegal kommt, um kostenlose Operationen anzubieten.
Gemeinsam gehen sie los in der Hoffnung, dass wenigstens der Kropf, der seit 10 Jahren wächst, von unseren Fachleuten operiert werden kann. Und Mamadou erfährt, dass auch bei der Scheidenfistel seiner Frau Hilfe möglich ist. Die beiden können es kaum fassen: beide Leiden von Astou können behoben werden, das sichtbare und das unsichtbare!
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