Eine unerwartete Begegnung mit Marie Elisa
Marie Elisas Geschichte
Nach einer unerwarteten Begegnung mit unserem medizinischen Team in ihrem Dorf erhielt Marie Elisa an Bord der Africa Mercy eine kostenlose Kieferoperation. Eine inspirierende Geschichte, die vom Mut und der Widerstandskraft unserer Patientinnen und Patienten erzählt.
Mit 40 Jahren wird Marie Elisas Leben durch heftige Zahnschmerzen aus der Bahn geworfen. „Am Anfang haben die Medikamente geholfen“, erinnert sie sich. „Aber dann wurde es immer schlimmer, schlimmer und schlimmer…“ Mangels medizinischer Versorgung entzündet sich der Zahn, es bildet sich eine Zyste, die sich später zu einem Tumor entwickelt.
Je mehr der Tumor wächst, desto grösser werden die Schwierigkeiten. „Ich konnte nicht mehr auf dem Feld arbeiten und auch mein Gemüse nicht mehr auf dem Markt verkaufen“, erzählt Marie Elisa. „Meine jüngste Tochter musste die Schule abbrechen, weil wir das Schulgeld nicht mehr zahlen konnten.“ Da es keine Behandlungsmöglichkeiten gab, verschlechterte sich ihr Zustand über die Jahre hinweg weiter.
Eines Tages fegt ein Zyklon über den Norden Madagaskars hinweg. Die verheerenden Wetterbedingungen reichen bis in den Süden der Insel, wo ein medizinisches Team von Mercy Ships gerade unterwegs ist, um neue Patientinnen und Patienten auszuwählen. Wegen des Dauerregens sind viele Strassen überflutet und unpassierbar, sodass das Team gezwungen ist, eine andere Route zu nehmen.
Bei der Durchfahrt durch ein Dorf entdeckt Maddy, eine der Krankenschwestern, eine Frau mit entstelltem Gesicht. „Ich habe dem Fahrer zugerufen: ‚Stopp, halt an!‘“ Neugierige Dorfbewohner nähern sich dem Fahrzeug. „Wir haben ihnen gesagt, dass wir gerade eine Frau gesehen haben, der wir vielleicht helfen können“, erzählt Maddy weiter. „Alle schienen sofort zu wissen, von wem wir sprechen, und einige machten sich auf die Suche nach ihr.“
Von den Dorfbewohnern gebracht, erscheint Marie Elisa zunächst schüchtern, lässt sich aber dennoch untersuchen. Das Team erklärt ihr, dass spezialisierte Chirurginnen und Chirurgen den Tumor vermutlich entfernen könnten – und das völlig kostenlos. Anfangs zögert sie, doch ermutigt durch Vorher-Nachher-Bilder anderer Patientinnen und Patienten, erklärt sie: „Ich bin bereit, das Risiko einzugehen – ich habe nichts zu verlieren!“
Im Verlauf der Untersuchung erzählt Marie Elisa, dass ihr Ehemann Claude seit Jahren an einer Augenerkrankung leidet, die seine Sehkraft stark einschränkt. Nach einer ersten Untersuchung diagnostiziert das Team eine Zyste, die ebenfalls operiert werden könnte. Nach weiteren Abklärungen an Bord der Africa Mercy werden schliesslich beide für einen chirurgischen Eingriff vorbereitet!
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