Eine madagassische Grossmutter, die erste Patientin der neuen Mercy-Ships-Mission in Madagaskar, kann wieder sehen

Nachdem sie wegen eines Grauen Stars ein Jahr lang im Dunkeln leben musste, kann eine madagassische Grossmutter dank einer kostenlosen Operation ihren Enkel wieder in die Augen schauen.

Delphine, die erste Patientin des neuen Aussendienstes von Mercy Ships in Madagaskar, ist bei ihrem präoperativen Termin vor ihrer Kataraktoperation.
Delphine, die erste Patientin des neuen Aussendienstes von Mercy Ships in Madagaskar, ist bei ihrem präoperativen Termin vor ihrer Kataraktoperation.

Toamasina, Madagaskar – 27. Mai 2026. Während die Africa Mercy® ihre dritte aufeinanderfolgende Mission in Madagaskar startet, wurde die 69-jährige Delphine zur ersten Patientin, die das Spitalschiff für eine Operation an Bord betrat. Dieser Meilenstein markiert den Beginn eines neuen Kapitels für Hunderte von Patientinnen und Patienten, die darauf hoffen, ihre Gesundheit, ihre Selbstständigkeit und ihre Würde zurückzugewinnen.

Seit bei Delphine Anfang letzten Jahres ein Grauer Star diagnostiziert wurde, verschlechterte sich ihre Sehkraft zunehmend, bis sie im Dezember vollständig erblindete. Der Übergang von verschwommenem Sehen zur völligen Blindheit veränderte nicht nur ihren Alltag, sondern auch das Leben ihrer Familie grundlegend. Selbst einfachste Handgriffe wurden zu einer grossen Herausforderung oder gar zu einer unüberwindbaren Belastung.

«Wenn es Zeit zum Essen ist, stellt mir jemand sorgfältig den Teller hin», erzählt sie. «Wenn es Fisch gibt, entfernt meine Tochter die Gräten für mich. Manchmal, wenn sie zu beschäftigt ist, bitte ich sie, mir keinen Fisch zu geben.»

Bevor sie ihr Augenlicht verlor, arbeitete Delphine gemeinsam mit ihrer Tochter Noronette auf den Feldern. Zusammen sorgten sie für den Lebensunterhalt der Familie. Während ihre Tochter arbeitete, blieb Delphine zu Hause und kümmerte sich um ihre drei Enkelkinder. Mit der Blindheit kam dieses Gleichgewicht zum Erliegen, das stark auf Delphines Unterstützung beruhte. Nun war sie selbst auf Hilfe angewiesen, denn der Graue Star hatte sie vom Rest der Welt abgeschnitten.

«Ich sass nur noch zu Hause, überwältigt von Einsamkeit und Traurigkeit. Wenn die anderen hinausgingen, blieb ich als Einzige eingeschlossen zurück – als wäre ich von der Welt ausgeschlossen.»

Für Delphine und ihre Familie bedeutete die Rückkehr von Mercy Ships auch neue Hoffnung. Es ist bereits die dritte aufeinanderfolgende Mission der Organisation im Land und der sechste Einsatz auf der Insel seit 1996. Dies zeigt die langjährige Partnerschaft mit dem Ziel, den Zugang zu chirurgischer Versorgung für Menschen wie Delphine nachhaltig zu verbessern.

Begleitet von ihrer Tochter war Delphine die erste Patientin, die die Africa Mercy betrat, als das Schiff offiziell seine Mission 2026 in Madagaskar aufnahm. In den speziell eingerichteten Klinikräumen an Bord erfüllte sich ihre Hoffnung: Die Kataraktoperation verlief erfolgreich.

«Zu sehen, wie sie nach Monaten der Dunkelheit ihr Augenlicht zurückerhält und nach so langer Zeit wieder das Gesicht ihrer Tochter sieht – genau das gibt unserer Arbeit Sinn. Wir folgen dem Vorbild Jesu, indem wir Blinden das Augenlicht zurückgeben. Dass unsere allererste Operation dieser Mission genau dies ermöglichen durfte, erfüllt uns mit grosser Freude», sagt Ashleigh Wong, Leiterin des augenmedizinischen Teams von Mercy Ships.

Diese Veränderung hat Delphine tief berührt. Schon vor der Operation hatte sie eine Liste mit Dingen erstellt, die sie nach ihrer Genesung wieder tun wollte – und nun weiss sie, dass sie jeden Punkt eigenhändig abhaken kann. Am wichtigsten ist für sie, sich wieder um ihre Enkelkinder kümmern zu können und mit ihrer zurückgewonnenen Selbstständigkeit in den Familienalltag zurückzukehren. Ihre ersten Worte nach der Operation brachten diese Freude und Vorfreude perfekt zum Ausdruck.

«Es ist lange her, seit ich meine Enkelkinder gesehen habe. Jetzt bin ich glücklich, sie wiederzusehen und ihnen erneut in die Augen schauen zu können», sagte sie.

Erste Patientin in Madagaskar für den neuen Einsatz des Spitalschiffs Africa Mercy im Jahr 2026.
Erste Patientin in Madagaskar für den neuen Einsatz des Spitalschiffs Africa Mercy im Jahr 2026.

ÜBER MERCY SHIPS

Mercy Ships betreibt Hospitalschiffe, die kostenlose chirurgische Eingriffe und weitere medizinische Leistungen für Menschen anbieten, die nur eingeschränkten Zugang zu sicherer Gesundheitsversorgung haben. Die internationale christliche Hilfsorganisation arbeitet seit mehr als 30 Jahren in Partnerschaft mit afrikanischen Ländern. Gemeinsam mit lokalen Partnern bietet Mercy Ships zudem Weiterbildungen für Gesundheitsfachpersonen an und unterstützt den Aufbau nachhaltiger medizinischer Infrastruktur.

Jedes Jahr engagieren sich mehr als 2’500 freiwillige Fachkräfte aus über 70 Ländern an Bord der beiden grössten nichtstaatlichen Hospitalschiffe der Welt, der Africa Mercy® und der Global Mercy™. Chirurginnen und Chirurgen, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Pflegefachpersonen, Ausbildnerinnen und Ausbildner im Gesundheitswesen, Köchinnen und Köche sowie Ingenieurinnen und Ingenieure setzen ihre Fähigkeiten ein, um den Zugang zu sicheren chirurgischen und anästhesiologischen Behandlungen zu verbessern. Mercy Ships wurde 1978 gegründet und verfügt heute über Büros in 16 Ländern sowie über ein African Service Center in Dakar, Senegal.

Weitere Informationen finden Sie unter mercyships.ch sowie auf den Social-Media-Kanälen von @MercyShipsCH.

Website – mercyships.ch

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Nadia Aeberli – [email protected] +41 21 654 32 23
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