Zwei Zwillingsschwestern, zwei identische Lebenswege… bis zu dem Tag, an dem Sandrins aus der Bahn geworfen wird.

 

Sandrins und Sandra sind Zwillingsschwestern. Ihre Mama sagt, sie seien unzertrennlich! Beide haben sich riesig gefreut, als sie endlich in die Schule durften. Auch die 3 Kilometer, die sie dorthin laufen mussten, konnten ihren Wissensdurst nicht dämpfen.

Aber als Sandrins Sumpffieber bekam und eine Chinin-Injektion erhielt, nahm ihr Leben eine tragische Wende. Die Spritze, die sie eigentlich wieder auf die Beine bringen sollte, traf den Ischias-Nerv. Eine Woche später war ein Fuss dick angeschwollen und blieb es mehrere Monate lang. Und mit der Zeit deformierte er sich.

Im Anfang wechselten sich Mutter und Schwester damit ab, Sandrins zu tragen, und machten es so möglich, dass sie weiter die Schule besuchen konnte. Aber Sandrins wuchs und Lydia, ihre Mama, musste einsehen, dass es so nicht weitergehen konnte. Die Anstrengung war zu viel für ihre Rücken! Da Sandrins den langen Weg aber nicht selbst zurücklegen konnte, blieb nur eine Lösung: Sie musste zu Hause bleiben. Doch ohne Schulbildung hatte sie nun nicht mehr dieselben Chancen wie ihre Zwillingsschwester. Das Schicksal drohte die beiden, die sich bislang so nahe waren, auseinander zu bringen …

Die Ankunft der Africa Mercy in Madagaskar bereitete der Hoffnungslosigkeit ein Ende! Noch einmal lud sich Lydia ihre Tochter auf den Rücken und machte sich auf den Weg zur Voruntersuchung Mit zwei Operationen wurde Sandrins Fuss allmählich wieder in die richtige Position gebracht. Das rechte Bein erhielt einen Gipsverband, und dann folgte eine lange Zeit des Wartens.

Doch eines Tages verkündeten die Mitarbeiter des Orthopädieteams von Mercy Ships die frohe Botschaft: der Gips sollte entfernt werden! Und welch Wunder: der Fuss war wieder ganz normal! Die körperliche Heilung war erfolgreich, aber bis die Mobilität wieder hergestellt war, war es noch ein langer Weg mit vielen physiotherapeutischen Übungen. Und parallel dazu musste noch eine andere Heilung beginnen – die Heilung von Sandrins Seele.

Weil sie so ins Abseits geraten war, hatte sich Sandrins Stimmung getrübt, sie hatte sich immer mehr in sich zurückgezogen und war sehr schüchtern geworden. Wenn zu Hause Besuch kam, hatte sie sich am liebsten versteckt und jeden Blickkontakt vermieden. Doch während der Rekonvaleszenz an Bord blühte sie wieder auf und ihr wahrer Charakter kam zum Vorschein!

Im vergangenen Oktober haben einige unserer Mitarbeiter Sandrins in ihrem Dorf besucht. Das Wiedersehen war sehr bewegend und eine willkommene Gelegenheit, um mit den anderen Kindern zu feiern. Es war ein herrlicher Tag für das ganze Team und alle freuten sich, dass Sandrins nun sicher in die Zukunft gehen kann … auf beiden Beinen!

Ein paar Zahlen über Mercy Ships

2 von 3 Menschen weltweit haben keinen geeigneten Zugang zu chirurgischer Versorgung.

Seit 1978 wurden über 105’000 chirurgische Eingriffe an Bord unserer Spitalschiffe durchgeführt.

Mehr als 6’600 afrikanische Gesundheitsfachleute haben von Fortbildungen profitiert, die es ihnen ermöglichen, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen den chirurgischen Bedürfnissen besser gerecht zu werden.

 

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