Mehrere Staatsoberhäupter stimmen an Bord der Global Mercy™ einer “Dakar-Erklärung” zu

Veröffentlichungsdatum : 31 Mai 2022

Vertreter aus Kamerun, der Union der Komoren, der Republik Kongo (Brazzaville), Gambia, Guinea-Bissau und dem Senegal versammelten sich an Bord des neuen Schiffes von Mercy Ships. Sie stimmten der «Dakar Declaration», einen Fahrplan zur Beschleunigung des Zugangs zu chirurgischer, geburtshilflicher und anästhesiologischer Versorgung bis ins Jahr 2030. 

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Engagement von Mercy Ships auf dem afrikanischen Kontinent weihte Senegals Präsident, Macky Sall, am Montag, 30 Mai das neue und zugleich grösste zivile Spitalschiff der Welt, die «Global Mercy», ein. Gleichzeitig kündigte er an, den Zugang zu chirurgischer, geburtshilflicher und anästhesiologischer Versorgung in Afrika zu beschleunigen. Dies vor dem Hintergrund der in den letzten Monaten entwickelten Strategie zur Stärkung der chirurgischen Versorgung auf dem gesamten Kontinent.

Eine historische Erklärung

Der senegalesische Präsident und Vorsitzende der Afrikanischen Union begrüsste die anwesenden Staatspräsidenten mit den Worten: “Wir verabschieden die «Dakar Declaration». Sie ist das Ergebnis einer umfangreichen Arbeit unserer Minister und Experten zum Thema Zugang zu chirurgischer, geburtshilflicher und anästhesiologischer Versorgung. Ich verpflichte mich in meiner Eigenschaft als amtierender Präsident der Afrikanischen Union, diese Erklärung von Dakar auf die Konferenz der afrikanischen Staats- und Regierungschefs zu bringen.”

Die «Dakar Declaration» ist eine historische Vereinbarung, die auf die Grundsatzdiskussionen am internationalen Symposium folgt, das vom 4. bis 6. Mai 2022 im Senegal stattfand. Experten und Gesundheitsminister aus 29 afrikanischen Ländern kamen dort zusammen, um ihr Engagement für einen besseren Zugang zu chirurgischer, geburtshilflicher und anästhesiologischer Versorgung zu bekunden. Basierend auf dem Vorbericht der Mitglieder des wissenschaftlichen Ausschusses enthält sie auch einen Fahrplan für verstärkte Investitionen in die Verbesserung der chirurgischen, geburtshilflichen, anästhesiologischen und pflegerischen Versorgung im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Dieser Entwurf der Erklärung von Dakar wurde mit der Unterstützung von Mercy Ships ausgearbeitet, von den Gesundheitsministern abgesegnet und am 30. Mai von den anwesenden afrikanischen Staatspräsidenten verabschiedet.

Zugang zu chirurgischer Versorgung – eine unbekannte Herausforderung

Zwei Drittel der Weltbevölkerung, rund 5 Milliarden Menschen, haben keinen ausreichenden Zugang zu sicheren, erschwinglichen und zeitnahen chirurgischen Eingriffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet durchgeführt wurde. Die Studie, Global Surgery 2030, zeigt, dass in Westafrika und den Ländern südlich der Sahara 93% der Menschen keine chirurgische Versorgung haben. Im Durchschnitt gibt es dort zwei Ärzte pro 10’000 Einwohner, während es in Europa 32 sind, so die Weltgesundheitsorganisation. Die Lebenserwartung beträgt dort nur 52 Jahre, während sie in Europa bei 74 Jahren liegt.

Ein jüngstes Unglück im Senegal spiegelt die Herausforderungen wider, vor denen afrikanische Nationen stehen, wenn es um die Sicherheit der medizinischen Versorgung geht. Am 25. Mai kam es in einem senegalesischen Krankenhaus zu einem Unfall, bei dem elf Neugeborene ums Leben kamen. In den Tagen vor dem Gespräch über die «Dakar Declaration» ordnete Präsident Macky Sall eine dreitägige Staatstrauer zum Gedenken an die Opfer der Tragödie im Spital Mame Abdou Aziz in Tivaouane an.

Uns als Mercy Ships bricht diese schreckliche Nachricht das Herz. Wir sprechen S.E. Präsident Macky Sall und dem senegalesischen Volk unser tiefstes Mitgefühl und unsere Trauer über den tragischen Brand im Spital und den Verlust von Säuglingen aus. Mercy Ships ist weiterhin entschlossen, den Leidenden zu helfen und unsere afrikanischen Partner bei der Verbesserung ihrer Gesundheitssysteme zu unterstützen.

«Dakar Declaration» an Bord der Global Mercy zugestimmt

Der Präsident der Union der Komoren, Azali Assoumani, erklärte: “Mein Land unterstützt voll und ganz die Vision, gemeinsam den Zugang zu chirurgischer Versorgung zu verbessern. Die Zeit ist reif für Taten. Die Zahlen und Fakten müssen uns aufrütteln. Alle Staaten müssen ihre Verantwortung wahrnehmen und deutlich machen, dass die Priorität im sozialen Bereich, in der Gesundheit und in der Bildung liegt. Auf afrikanischer Ebene werden wir dafür sorgen, dass die Gesundheit eine Priorität ist. Ich zolle dem Senegal sowie den Mitgliedern von Mercy Ships Respekt für ihr Engagement bei dieser Mission.”

Die Staatschefs versammelten sich an Bord des neuen Schiffes von Mercy Ships, der Global Mercy. Eine Aufzeichnung der Einweihungszeremonie des Schiffes und der Reden mehrerer Staatspräsidenten ist hier verfügbar: