Erfolgreicher Einsatz in Senegal

26 Juni 2020

Bevor unser Spitalschiff den Hafen von Dakar abrupt verlassen musste, war der Einsatz in Senegal sehr erfolgreich: eine grosse Anzahl Patienten konnten von ihren Leiden befreit werden, viele einheimische Gesundheitsfachleute haben Weiterbildungskurse besucht oder an unserem Mentoring-Programm teilgenommen. Doch lässt sich Erfolg überhaupt definieren? Und in Zahlen messen?

Was ist Erfolg im Zusammenhang mit einem medizinisch-humanitären Einsatz? Unsere Statistiken und Berichte geben Auskunft über Projekt-Aktivitäten, Patientenzahlen, Kosten, Spendeneinnahmen, etc. Wenn die Zahlen unserer Einsatzplanung und unseren Budgets entsprechen, kann man von Erfolg sprechen.

Geben wir jedoch unseren Patienten und ihren Angehörigen das Wort, wird es heissen, dass sie den Erfolg darin sehen, dass ein Baby, das mit einer Lippen-Gaumenspalte zur Welt kam, endlich richtig saugen und lächeln kann – oder der kleine Junge mit den verformten Beinen zum ersten Mal in seinem Leben mit Kameraden Fussball spielen kann.

Unsere Chirurgenteams sehen den Erfolg in einem Heilungsprozess ohne Komplikationen, einer schönen Narbenbildung. Unsere Physiotherapeutinnen haben die volle Mobilität des Patienten vor Augen. Die Köche sehen es als Erfolg, dass Patienten und Crew mit dem Essen zufrieden sind.

Das Kriterium der Nachhaltigkeit wird immer häufiger herangezogen, wenn es darum geht, Erfolg „professionell“ zu bewerten. Bei Mercy Ships versuchen wir seit Jahren, die Nachhaltigkeit unserer Arbeit zu dokumentieren. Doch dies erweist sich als ausgesprochen schwierig. Wir wissen nicht, ob der blinde Patient, den wir vor 20 Jahren in Togo operiert haben, heute ein wohlhabender Firmengründer ist – oder ein armer Bettler. Über unsere internationalen Volunteers und einheimischen Crew-Mitgliedern in Afrika erfahren wir immer wieder, dass sie im Kontakt mit Patienten geblieben sind. Das sind dann oft grossartige Stories. Diese haben aber keine statistische Relevanz.

Am besten wird die Nachhaltigkeit in unseren „Medical Capacity Building Programs“ sichtbar. Der „medizinische Kapazitätsaufbau“ beinhaltet unsere Infrastruktur-, Schulungs- und Mentoring-Programme. Da erhalten wir viele Rückmeldungen, oft stehen wir auch über Jahre mit Absolventen in Kontakt. So wissen wir heute etwa, dass in Guinea eine hohe Anzahl von Kindern mit Lippen-Gaumenspalten kostenfrei operiert werden können. Dies ist direkt auf die Arbeit von drei Ärzten in einer Klinik in Conakry zurückzuführen. Diese drei haben vor einigen Jahren an einem chirurgischen Mentoring-Programm von Mercy Ships teilgenommen (d.h. sie haben konkret in unseren Operationssälen die Anwendung bestimmter neuer chirurgischen Prozesse trainiert). Heute können sie mit internationaler finanzieller Unterstützung kostenlose Gesichts- und Kiefer-Operationen anbieten.

Um die Dokumentation der Nachhaltigkeit unserer Arbeit in Afrika zu verbessern, haben wir eine langjährige wissenschaftliche Zusammenarbeit mit der Harvard Medical School begonnen. Wir freuen uns bereits heute darauf, deren Erkenntnisse zu erfahren und in unsere Arbeit einfliessen zu lassen.

Für den Moment können Sie sich ein eigenes Bild vom Erfolg unserer Arbeit machen:

  • Möchten Sie eine statistische Übersicht über unseren Einsatz in Senegal gewinnen, klicken Sie auf den Link auf Englisch oder auf Französisch)
  • Möchten Sie den Jahresbericht 2019 von Mercy Ships Schweiz lesen, klicken Sie hier