Fanta’s Geschichte

Seit ihrer frühen Kindheit hat Fanta davon geträumt, Krankenschwester zu werden. Der Gedanke, einmal eine Schwesterntracht zu tragen, liess ihr Herz höher schlagen. Doch obwohl sie mit 27 Jahren ihr Diplom erhielt, schien ein riesiges Problem den Traum zum Scheitern zu bringen.

„Wie konnte ich von meinen Patienten erwarten, dass sie mir vertrauen, wenn ich selbst Angst hatte beim Gedanken, mich behandeln zu lassen?“ Ein paar Jahre lang griff Fanta zu allen möglichen Tricks, um das riesige Gewächs an ihrem rechten Arm zu verbergen. Am Arbeitsplatz passte sie nicht mehr in die Kleidung, die ihre Kolleginnen trugen, und nur mit einem weiten Schal gelang es ihr, die Aufmerksamkeit der Patienten nicht auf ihr grosses Handikap zu lenken. Sie wollte sie nicht schockieren, aber sie wollte auch nichts erklären müssen. Wie peinlich, wenn eine Pflegende zugeben muss, dass sie Angst hat, sich operieren zu lassen!

Vor zehn Jahren hatte sich an Fantas Arm eine kleine Fettkugel gebildet. Fanta bestrich sie mit Salbe und versuchte sie ansonsten zu ignorieren. Doch im Lauf der Jahre wurde die Beule immer grösser. Der Gedanke, sich selbst auf dem Operationstisch wiederzufinden, versetzte Fanta jedoch in totale Panik und sie wehrte sich kategorisch gegen jede Hilfe.

Um nichts in der Welt wollte sie selbst Patientin sein. „Ich habe die Operationen gesehen, die wir gemacht haben, das ganze Blut, und der Gedanke, mit der Narkose jegliche Kontrolle zu verlieren, hat mich nervös gemacht.“ Schlimmer noch, die Kolleginnen erzählten ihr immer wieder, sie habe schon viel zu lange gewartet und würde einen Eingriff womöglich gar nicht überleben.

Als sie zum ersten Mal von Mercy Ships hörte, änderte sich ihre Haltung. Die Befürchtungen, die sie jahrelang gequält hatten, wichen einer neuen Hoffnung. Überzeugt, dass sich ihr hier eine einmalige Chance bot, beschloss sie, eine der Sprechstunden in Douala aufzusuchen.

Vor Ort war sie überrascht von dem warmherzigen Empfang: „Die Pflegenden von Mercy Ships waren so freundlich und voller Anteilnahme. Sie haben mir immer wieder versichert, dass alles gut würde. Und irgendetwas in mir hat mir gesagt, dass ich ihnen vertrauen kann.“ Fanta war sich sicher, dass sie an die richtige Tür geklopft hatte, und freute sich über den Termin für eine Operation an Bord der Africa Mercy.

Nach einer dreistündigen Operation, in der ein Tumor von 4,5 kg entfernt wurde, verliess sie den OP. Beim Aufwachen bemerkte sie mit Erstaunen, wie leicht ihr rechter Arm auf einmal war, ein Gefühl, das sie schon seit Jahren nicht mehr gekannt hatte. „Ich kann den Arm jetzt ohne Schwierigkeiten heben!“

Sie stellte auch fest, dass ihr die Dienstkleidung jetzt wieder passte. Wenn das kein Grund zur Freude ist! Und ihr Mann hat auf dem Markt schon neuen Stoff gekauft, damit sie sich passende Kleider nähen kann.

Der Eingriff hat Fanta also nicht nur von einer grossen Last befreit und von einer ständigen wachsenden Angst, sondern ihr auch… eine neue Garderobe verschafft!

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