Mercy Ships und Ardentis

Wegen der Pandemie musste das Spitalschiff von Mercy Ships im Frühjahr 2020 Afrika verlassen. Mit einem Schlag war das internationale Reisen kompliziert. Das hielt Mercy Ships nicht davon ab, in Zusammenarbeit mit den Ardentis Dental Clinics (Lausanne) eine zahnmedizinische Fernausbildung für Studenten der Gamal Nasser Universität in Guinea anzubieten.

In den letzten zehn Jahren war die Ausbildung von medizinischem Personal in Afrika eine unserer beiden Hauptprioritäten. Neben chirurgischen und zahnmedizinischen Behandlungen ist es unser Ziel, während jedem Einsatz, die lokalen Fachkräfte in ihrem Wissen und Können zu stärken, so dass der Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung auch dann noch verbessert wird, wenn das Spitalschiff bereits wieder abgefahren ist.

COVID-19 und die damit verbundenen Sicherheitsmassnahmen zwangen die Africa Mercy, Afrika vorzeitig in Richtung Kanarische Inseln zu verlassen. Das Bordspital ist geschlossen und das Schiff wird gewartet, aber das bedeutet nicht, dass wir aufgehört haben, afrikanische Gesundheitsfachkräfte zu unterstützen und auszubilden!

Mercy Ships hat viele seiner Mentoring- und Schulungskurse rasch online gestellt und neue Kurse in sein Online-Programm für den Aufbau medizinischer Kapazitäten (E-MCB) aufgenommen. Zu den Fachleuten, die an diesen Kursen teilgenommen haben, gehört Gesundheitspersonal aus mehreren Ländern, mit denen Mercy Ships in den letzten 30 Jahren zusammengearbeitet hat.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ländern wie Liberia, Togo, Benin, der Republik Kongo und Kamerun, die in den Bereichen psychische Gesundheit, kommunales Gesundheitstraining, psychiatrische Versorgung und Krankenhausdienste arbeiten, konnten unsere Online-Kurse besuchen.

 

Zahnmedizinisches Fernausbildung mit Ardentis

An der Gamal Dental School in Conakry, Guinea, nutzen wir eine spezialisierte Einrichtung, um den guineischen Zahnmedizinstudenten ein hochwertiges Coaching durch internationale Experten zu bieten. Konkret sieht das so aus, dass der Zahnarzt-Praktikant eine Kamera an der Stirn fixiert, mit der er jedes kleinste Detail im Mund des Patienten filmen kann, und Zahnärzte aus der ganzen Welt können ihn bei der Behandlung direkt beraten.

Andere Schulungen werden in Plenarsitzungen per Videokonferenz abgehalten. Als besonderes Highlight werden wir seit kurzem von den Ardentis Kliniken (deren Sitz in Lausanne ist) unterstützt. Sie bieten einmal pro Woche eine virtuelle Schulung, in der verschiedene Themenbereiche behandelt werden. Dies ist eine echte Bereicherung für eine praxisnahe universitäre Ausbildung der Studenten in Guinea.

Das Ziel dieser Online-Angebote ist es, die Ausbildung der Zahnmedizinstudenten an der Gamal Universität zu vervollständigen, hauptsächlich durch die begleitete Anwendung der Theorie und dem Training praktischer Aspekte ihrer Ausbildung.

Dieses Ausbildungsprogramm wird auch in den kommenden Jahren fortgesetzt, so dass die neuen Zahnärzte während ihrer gesamten Ausbildung von internationalen Experten unterstützt werden. Das Programm wird lokale Kapazitäten aufbauen und eine nachhaltige Wirkung erzielen, um sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse langfristig erfüllt werden.

Die Zusammenarbeit mit der Gamal Nasser University hatte bereits vor der Pandemie 2018-2019 begonnen, als die Africa Mercy in Guinea war. Das zahnärztliche Team von Mercy Ships, das von der Gamal Nasser Universität betreut wird, hat mehr als 7’900 Patienten behandelt und mehr als 41’000 Eingriffe durchgeführt, hauptsächlich Zahnextraktionen. Zusätzlich erhielten 1’353 Patienten eine Zahnprophylaxe. Um die wieder schmerzfrei essen und lächeln zu können, wurden 153 Patienten mit Zahnersatz versorgt.

 


Partnerschaft zwischen Ardentis und Mercy Ships

Am 1. Mai 2020 haben Mercy Ships und die Ardentis Dental Clinics eine vielversprechende Partnerschaft begonnen. Unter der Leitung von Dr. Mark Bischoff, Dr. Ines Guermazi El Hage und Dr. Filipa Martins arbeiten Mercy Ships und die Ardentis-Kliniken nun zusammen, um den Menschen in Not konkrete Hilfe zu bringen.

Die Partnerschaft soll sich nachhaltig entwickeln! So bald wie möglich wird Mercy Ships wieder Zahnpatienten in verschiedenen afrikanischen Ländern behandeln. Sechs Ardentis-Mitarbeiter werden jedes Jahr die Möglichkeit erhalten, ihren Beruf in der Mercy Ships-Zahnklinik auszuüben. Die Klinik beschäftigt zahlreiche Zahnärztinnen, zahnmedizinische Fachangestellte, Dentalhygieniker, Dentallaborantinnen, usw.

Der Mangel an Zahnärzten ist ein Unglück, von dem die meisten Länder auf dem afrikanischen Kontinent betroffen sind. Unter solchen Bedingungen kann ein einfacher Zahnabszess zu einer Blutvergiftung ausarten. Unsere Zahnärzte tun mehr als nur Zahnschmerzen lindern, sie retten manchmal sogar Leben! Zusätzlich zur zahnärztlichen Versorgung werden den Patienten, die auf ihre Behandlung warten, Informationsveranstaltungen über die Bedeutung einer guten Mundhygiene angeboten.

Patientengeschichten

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„Was mich am meisten beeindruckt, ist die Zusammenarbeit mit Personen aus über 40 Nationen.

Alle haben dasselbe Ziel: den Armen zu helfen”.

Daniel Florin – Dentist