Harimalalas Geschichte

Mit 12 Jahren verändert sich Harimalalas Leben schlagartig. Was zunächst wie ein harmloser Halsweh erschien, stellt sich als weitaus ernster heraus: Ein Kropf beginnt an ihrem Hals zu wachsen.

Harimalala stammt aus einer kleinen Stadt im Süden Madagaskars. Schon in ihrer Jugend verschlechtert sich ihre Gesundheit durch diese unaufhaltsam wachsende Masse, die selbst einfachste Bewegungen erschwert. Ihr Alltag wird sehr schwierig: «Ich konnte kein Wasser holen und keine schweren Gegenstände tragen. Ich konnte mich nicht bücken und nicht rennen», erzählt sie. Ein Jahr später werden die Blicke und Hänseleien der anderen so belastend, dass sie die Schule verlassen muss.

Als die Freiwilligen der Africa Mercy sie treffen, erkennen sie, dass es zu riskant wäre, die vorgesehenen vier Monate bis zum Beginn des Schilddrüsen-Entfernungsprogramms abzuwarten. Harimalala wird sofort aufgenommen.

Dr. Collins, ein australischer Chirurg, stellt regelmässig mehrere Wochen seiner Zeit zur Verfügung, um Patientinnen und Patienten wie sie zu operieren. Er leitet seit 17 Jahren das Schilddrüsen-Chirurgieprogramm von Mercy Ships und hatte geplant, in einigen Monaten zur Africa Mercy zu kommen. «Ich erhielt E-Mails, die mich über den Fall dieser Patientin informierten», erklärt Dr. Collins. Er beschreibt ihren Zustand als «typischen, aber massiven multinodulären Kropf. Dieser neigt dazu, die Atemwege zu komprimieren, was das Atmen, Sprechen und körperliche Betätigungen stark erschwert. Auch das Schlucken von Nahrung kann schwierig werden.» Er warnt: «Diese Probleme verschlimmern sich bis zu einem kritischen Stadium, und ich denke, das war bei ihr kurz davor.»

Während sie auf die Ankunft von Dr. Collins wartet, bildet sich um Harimalala ein kleines Netz der Solidarität: Mehrere Pflegefachpersonen begleiten sie täglich in der Hoffnung auf ein gutes Ergebnis. Die Wartezeit ist jedoch lang, während sie sieht, wie viele andere Patientinnen und Patienten kommen und wieder gehen.

Schliesslich kommt Dr. Collins an Bord und untersucht sie: «Diese sehr grossen Kropfe sind anspruchsvoll, weil sie stark bluten.» Nach vier Stunden Operation ist Harimalala endlich von dieser 1,350 kg schweren Masse befreit. «Ich habe das Gefühl, ein neues Leben zu beginnen. Früher wusste ich nicht, ob ich bald sterben würde. Jetzt kann ich heiraten und Kinder haben, weil mein Kropf weg ist!», ruft sie lächelnd.

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