Marie-Madeleines’ Geschichte

Marie-Madeleine ist eine Kämpferin, die es im Leben sicher noch weit bringen wird. Von Kindheit an hat sie einen aussergewöhnlichen Willen bewiesen und sich von ihrem Handicap in ihrer schulischen Laufbahn nicht beeinträchtigen lassen.

Mit ihren 13 Jahren besitzt Marie- Madeleine erstaunliche Fähigkeiten. Sie ist nicht nur überzeugt von der Wichtigkeit einer guten Schulbildung, um ihre Träume umsetzen zu können, sondern hat auch gelernt, sich über ihre Behinderung hinwegzusetzen, damit sie weiterkommen kann.

Seit sie klein war, zeigt ihr rechtes Bein eine Fehlstellung, die nicht unbemerkt blieb. Aufgrund einer anormalen Muskelkontraktion knickt ihr Knie in die falsche Richtung ab. Dadurch hat sie sich einen eigenartigen Gang angewöhnt, mit dem sie alle Blicke auf sich zieht, der sie aber in ihrem Elan nicht bremsen kann.

Entgegen allen Erwartungen genoss Marie-Madeleine eine schöne Kindheit und hat sich zu einer fröhlichen Person entwickelt. Sie geht gern zur Schule und das jeden Tag zu Fuss. Obwohl sie anders ist, wird sie von den anderen Kindern akzeptiert und hat viele Freunde.

Trotzdem hatte ihre Familie Angst, dass die Hindernisse irgendwann zu gross werden und sie nicht ihr volles Potenzial würde ausschöpfen können. Aber für eine Behandlung fehlten die Mittel. Adama, ihre Grossmutter, bestätigt: „Da wir nicht das Geld hatten, um auf medizinische Hilfe zu hoffen, warteten wir auf ein Wunder!“

Im letzten Sommer wurde das ersehnte Wunder wahr. Unser Spitalschiff ankerte rund hundert Kilometer von Marie-Madeleines Dorf und bot völlig kostenlos orthopädische Operationen an. Was wollte man mehr?

Adama begleitete ihre Enkelin zur Voruntersuchung und erhielt einen positiven Bescheid. Marie-Madeleine wurde für eine Operation im November angenommen! Seitdem stellte das junge Mädchen sich immer wieder vor, wie ihr neues Leben mit zwei geraden Beinen aussehen würde.

Nach 8 Wochen Geduld mit einem eingegipsten Bein begann eine neue, entscheidende Phase. Befreit von den Krücken und mit einer grossen Schiene ausgestattet konnte Marie-Madeleine die ersten Gefühle von Freiheit und Leichtigkeit auskosten. Doch das war erst ein erster Schritt, denn die Operation alleine reicht nicht aus, um sie wieder völlig auf die Füsse zu stellen. Fast zwölf Jahre lang haben die Beinmuskeln nicht normal funktioniert und müssen nun zwingend aufgebaut und gestärkt werden, damit das Bein das zunehmende Gewicht ihres heranwachsenden Körpers tragen kann.

Eingerahmt vom Team unserer Physiotherapeutinnen begibt sie sich auf die Zielgerade ihrer Rekonvaleszenz. Ihre Besuche im grossen Zelt am Quai, wo die therapeutischen Massnahmen für unsere Patienten stattfinden, haben sie während 3 Monaten auf einen guten Weg gebracht.

Im Februar hat ein letzter Termin bei unseren Physiotherapeuten bestätigt, dass das Bein wieder ganz gesund ist und sie nach Hause zurückkehren kann. Triumphierend dankt sie uns mit einem doppelten Siegeszeichen. Der Weg war lang, aber die Ziellinie ist überschritten … mit einem Lächeln!

Eine andere Geschichte

Mehr Geschichten
„Es tut mir gut da zu helfen, wo Hilfe am meisten benötigt wird. Vor allem weil ich das Glück hatte, gesund und munter aufzuwachsen. Mercy Ships bringt den Menschen Hoffnung und Liebe zurück, gerade dann, wenn viele dieser Menschen es am meisten benötigen’’.
Jacqueline Wey - Nurse 2018